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Pflege & Betreuung2026-01-17·Maria Hoffmann

Entsendemodell erklärt: Wie funktioniert 24-Stunden-Pflege aus dem EU-Ausland?

Viele Familien in Deutschland wünschen sich Unterstützung zu Hause, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird. Dabei stoßen sie schnell auf Angebote für eine

Entsendemodell erklärt: Wie funktioniert 24-Stunden-Pflege aus dem EU-Ausland?

Viele Familien in Deutschland wünschen sich Unterstützung zu Hause, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird. Dabei stoßen sie schnell auf Angebote für eine sogenannte 24-Stunden-Pflege aus dem EU-Ausland. Häufig fällt in diesem Zusammenhang der Begriff Entsendemodell. Doch was bedeutet das konkret? Wie funktioniert dieses Modell in der Praxis, und was heißt das für Familien im Alltag?

Dieser Artikel beantwortet genau eine Frage: Wie funktioniert das Entsendemodell bei der 24-Stunden-Pflege aus dem EU-Ausland? Die Erklärung ist bewusst einfach gehalten, ohne Fachsprache, ohne Werbung und mit Fokus auf das, was Familien wirklich verstehen müssen.

Was mit Entsendemodell überhaupt gemeint ist

Beim Entsendemodell kommt die Betreuungskraft nicht direkt aus Deutschland, sondern aus einem anderen EU-Land. Sie ist dort bei einem Unternehmen angestellt und wird für eine bestimmte Zeit nach Deutschland geschickt, um hier in einem Privathaushalt zu arbeiten.

Wichtig ist: Die Betreuungskraft wird nicht von der deutschen Familie angestellt. Arbeitgeber bleibt das ausländische Unternehmen. Die Familie schließt in der Regel einen Vertrag mit einer deutschen Vermittlungsstelle oder direkt mit dem ausländischen Dienstleister.

Warum das Entsendemodell so häufig genutzt wird

Das Entsendemodell ist deshalb so verbreitet, weil es für viele Familien organisatorisch einfacher wirkt als eine eigene Anstellung. Die Betreuungskraft ist sozialversichert, die Lohnabrechnung erfolgt im Ausland, und die Familie muss sich nicht um alle formalen Schritte kümmern.

Für Familien fühlt sich das Modell oft überschaubar an: Es gibt einen festen Ansprechpartner, einen monatlichen Betrag und eine Betreuungskraft, die im Haushalt lebt und hilft.

Wer bei der Entsendung wessen Rolle übernimmt

Um das Entsendemodell zu verstehen, ist es wichtig, die Rollen klar zu trennen:

Die Betreuungskraft erbringt die tägliche Unterstützung im Haushalt. Sie hilft im Alltag, beim Anziehen, Kochen, Putzen oder Begleiten.

Das ausländische Unternehmen ist der Arbeitgeber. Es zahlt das Gehalt, führt Sozialabgaben ab und organisiert den Einsatz.

Die Familie ist Auftraggeber der Betreuung, aber nicht Arbeitgeber. Sie stellt Unterkunft und Verpflegung und ist für den Alltag im Haushalt verantwortlich.

Eine Vermittlungsstelle kann zusätzlich beteiligt sein. Sie vermittelt, koordiniert und unterstützt bei Problemen, ist aber rechtlich nicht immer der Arbeitgeber.

Wie lange eine Betreuungskraft entsandt wird

Eine Entsendung ist zeitlich begrenzt. In der Praxis arbeiten Betreuungskräfte oft mehrere Wochen oder Monate am Stück in einem Haushalt und werden dann durch eine andere Person abgelöst oder kehren in ihr Heimatland zurück.

Viele Modelle arbeiten mit Wechseln, zum Beispiel alle sechs oder acht Wochen. Das soll Überlastung vermeiden und rechtliche Vorgaben einhalten.

Sozialversicherung im Entsendemodell

Ein zentrales Element des Entsendemodells ist die Sozialversicherung. Die Betreuungskraft bleibt im Herkunftsland sozialversichert. Dafür gibt es ein offizielles Dokument, das bestätigt, dass Beiträge im Heimatland gezahlt werden.

Für Familien bedeutet das: Die Betreuungskraft ist nicht automatisch in Deutschland sozialversichert, sondern über das System ihres Heimatlandes abgesichert.

Wichtig ist, dass dieser Status korrekt geregelt ist. Ohne klare Absicherung entstehen rechtliche Unsicherheiten, die Familien nicht unterschätzen sollten.

Arbeitszeit im Entsendemodell

Ein häufiger Irrtum ist, dass im Entsendemodell andere Arbeitszeitregeln gelten als in Deutschland. Das ist nicht der Fall.

Auch im Entsendemodell darf eine Betreuungskraft nicht unbegrenzt arbeiten. Es gelten Grundsätze zu Arbeitszeit, Pausen und Ruhezeiten. Eine einzelne Person darf nicht dauerhaft rund um die Uhr tätig oder verfügbar sein.

Für Familien heißt das: Auch wenn die Betreuungskraft im Haushalt lebt, braucht sie klare freie Zeiten. Entsendung bedeutet nicht, dass „24 Stunden Arbeit“ erlaubt sind.

Was 24-Stunden-Pflege im Entsendemodell tatsächlich bedeutet

Der Begriff 24-Stunden-Pflege beschreibt im Entsendemodell meist keine echte Rund-um-die-Uhr-Arbeit, sondern die Tatsache, dass die Betreuungskraft im Haushalt wohnt und tagsüber hilft.

Nachts sollte sie in der Regel schlafen können. Wenn regelmäßig nächtliche Hilfe nötig ist, reicht eine einzelne Betreuungskraft oft nicht aus. Dann braucht es zusätzliche Lösungen.

Welche Aufgaben Betreuungskräfte übernehmen

Im Entsendemodell übernehmen Betreuungskräfte vor allem Aufgaben im Alltag:

Sie helfen im Haushalt, bereiten Mahlzeiten zu, begleiten bei Spaziergängen oder Arztbesuchen und unterstützen bei der täglichen Routine.

Körpernahe Unterstützung ist je nach Situation möglich. Medizinische Tätigkeiten gehören in der Regel nicht zu ihren Aufgaben.

Für Familien ist es wichtig, die Aufgaben realistisch zu planen und nicht stillschweigend immer mehr Verantwortung zu übertragen.

Unterkunft und Verpflegung

Ein fester Bestandteil des Entsendemodells ist, dass die Betreuungskraft im Haushalt wohnt. Die Familie stellt ein eigenes Zimmer sowie Verpflegung zur Verfügung.

Das ist keine freiwillige Leistung, sondern Teil des Modells. Diese Punkte sollten von Anfang an klar geregelt sein, um Konflikte zu vermeiden.

Kosten im Entsendemodell

Familien zahlen im Entsendemodell meist einen monatlichen Pauschalbetrag. Darin enthalten sind Gehalt, Sozialabgaben, Organisation und Vermittlung.

Zusätzliche Kosten entstehen häufig durch Unterkunft, Verpflegung, Reisekosten und eventuelle Wechsel der Betreuungskräfte.

Wichtig ist, dass der Preis realistisch zur Arbeitszeit passt. Sehr niedrige Pauschalen können ein Hinweis darauf sein, dass Arbeitszeit oder Bezahlung nicht sauber abgebildet werden.

Was Familien im Alltag beachten sollten

Das Entsendemodell funktioniert nur dann gut, wenn die Realität zum Konzept passt. Familien sollten darauf achten, dass:

klare Tagesabläufe bestehen, Ruhezeiten respektiert werden und zusätzliche Hilfe organisiert wird, wenn der Bedarf steigt.

Regelmäßige Gespräche helfen, Überlastung zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.

Typische Missverständnisse

Ein häufiges Missverständnis ist, dass Entsendung automatisch alle rechtlichen Fragen löst. Das stimmt nicht.

Ein weiteres Missverständnis ist, dass Schlaf im Haus automatisch Freizeit bedeutet. Entscheidend ist, ob die Betreuungskraft wirklich frei ist oder jederzeit helfen muss.

Auch die Annahme, dass alle Aufgaben „einfach dazugehören“, führt oft zu Problemen.

Wann das Entsendemodell an seine Grenzen stößt

Das Entsendemodell stößt dort an Grenzen, wo dauerhaft intensive Betreuung nötig ist, besonders nachts.

Wenn eine Person nicht allein gelassen werden kann oder ständig Hilfe braucht, reicht eine einzelne Betreuungskraft meist nicht aus. Dann sind zusätzliche Modelle nötig.

Warum Klarheit für Familien so wichtig ist

Familien entscheiden sich meist aus Fürsorge und Verantwortung für eine Betreuung zu Hause. Rechtliche Probleme entstehen selten aus Absicht, sondern aus Unklarheit.

Wer versteht, wie das Entsendemodell funktioniert, kann realistische Erwartungen entwickeln und bessere Entscheidungen treffen.

Die zentrale Antwort zusammengefasst

Das Entsendemodell bedeutet, dass eine Betreuungskraft aus einem EU-Land bei einem dortigen Arbeitgeber angestellt ist und zeitlich begrenzt zur Betreuung nach Deutschland kommt – unter Einhaltung von Arbeitszeit, Ruhezeiten und klaren Aufgaben.

Eine ausführliche rechtliche Einordnung zu Arbeitszeit, Verantwortung und Grenzen des Modells finden Sie hier: Ist 24-Stunden-Betreuung legal? Recht, Arbeitszeit & Entsendemodell.

24h-Pflege Beispielrechnung

Bruttopreis (A1–A2)2.899 €
− Förderungen PG 3− 1.063 €
Eigenanteil PG 31.836 €

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